Planungsmediation in der Politik

Viele Menschen sind überfordert, von der Vielschichtigkeit und Unübersichtlichkeit unserer Welt und unserer Lebensbedingungen. In den Medien verkauft sich der Streit besser als die kooperative Lösungssuche. Im Vordergrund steht die politische und persönliche Inszenierung. Knallige Überschriften und emotionsgeladene Bilder tragen ihren Teil dazu bei, sie fördern den Verkauf und nicht das Verständnis.
Kann es uns trotzdem gelingen, dauerhaft tragfähige Lösungen für die Probleme der Gegenwart und Zukunft zu finden? Gemeinsame Lösungen, die nicht spätestens bei der nächsten Wahl wieder in Frage gestellt werden?
In schwierigen Situationen, in denen sich die Positionen von Gruppen scheinbar unversöhnlich gegenüberstehen, besteht immer die Gefahr, dass Konflikte eskalieren. Weil es für die Beteiligten dann kaum möglich ist, sich gegenseitig in Ruhe zuzuhören, miteinander in ein echtes Gespräch zu kommen, gemeinsam zu denken.
Hier kann professionelle Unterstützung ansetzen, sie kann die Kommunikation zwischen den Gruppen strukturieren und leiten.
Die Methode der Mediation ermöglicht den konstruktiven Umgang mit komplexen und unübersichtlichen Situationen. Sie zeigt den Weg, trotz scheinbar unvereinbarer Positionen gemeinsame Lösungen zu finden. Mediation ist hier in erster Linie eine Methode, um die Entstehung und Eskalation von Konflikten zu vermeiden.
Wir werden in der Zukunft nicht bestehen, wenn es uns nicht gelingt, Wege für eine konstruktive und lösungsorientierte Zusammenarbeit auch bei sehr unterschiedlichen Ausgangspositionen zu entwickeln.

Keine Angst vor Komplexität
Komplexe Situationen machen Angst. Sie sind nicht überschaubar, sie sind nicht einschätzbar, der Weg zur Handlungsfähigkeit ist nicht erkennbar. Deshalb entsteht bei Vielen ein Gefühl des Ausgeliefertseins, der Hilflosigkeit. Und daraus entsteht Angst, Komplexität erscheint als Bedrohung.
Auf Bedrohung reagiert auch der Mensch zuerst einmal mit angeborenen Reflexen: Flucht – Starre – Angriff.

Weil die Komplexität unserer Welt Angst macht, suchen viele Menschen nach einfachen Lösungen. Sie fallen auf Scheinwahrheiten und Scheinlösungen herein.
Sie lassen sich einfangen von den Vereinfachern. Diese reduzieren die Welt auf ein Problem, ein Ziel, einen Weg. Für Vereinfacher gibt es nur schwarz oder weiß, so erscheint die Welt einfach und eindeutig. Sauber unterteilt in die Guten und die Bösen.
Aber Vereinfacher suchen nicht nach Lösungen. Sie wollen Macht. Dazu setzen sie auf Provokation und Konfrontation. Sie greifen einzelne Elemente heraus (manchmal erfinden sie dieses Element sogar) und bauen darum herum eine Scheinwelt. In dieser Scheinwelt ist alles sehr logisch und sehr einfach.
Leider ist jedoch die Welt nicht einfach, sie ist auch nicht logisch. Sie ist komplex und eben auch manchmal sehr chaotisch.

Was also tun?
Menschen müssen ihre Fähigkeit zu Dialog und Kooperation entwickeln. Und das geht am besten, indem sie lernen, zuzuhören. Auch wenn ihnen nicht unbedingt gefällt, was sie hören.
Dabei helfen die Methoden des Dialogs und der konstruktiven Zusammenarbeit.
Diese Wege müssen wir aufzeigen, diese Methoden müssen wir einsetzen. Schon Kinder sollten lernen, andere Sichtweisen zu respektieren, die Wünsche und Bedürfnisse anderer Menschen ernst zu nehmen und bei Problemen gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Diese Fähigkeiten kann man entwickeln, dieses Verhalten können wir lernen.
Jeder Einzelne kann so einen Beitrag leisten zur Bewältigung schwieriger Zeiten. Damit nicht Ausgrenzung, Hass und Kampf die Oberhand gewinnen.

 

Susanne Seidel
planungsmediation
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