Wir Mediatorinnen und Mediatoren lernen in unserer Ausbildung Vieles aus den unterschiedlichsten Fachgebieten. Und wir lernen in der beruflichen Praxis jeden Tag dazu, in der konkreten Zusammenarbeit mit Menschen, der Diskussion mit Kollegen und der Auseinandersetzung mit den theoretischen Grundlagen unseres Tuns. Dies alles greift ineinander und mit der Zeit stellt sich jeder Einzelne von uns den eigenen Werkzeugkoffer zusammen.
Eine Grundlage, auf die wir alle zurückgreifen, ist sicher „Das Harvard Konzept“ von Fisher, Ury, Patton. Ein echter Klassiker der Verhandlungstechnik. Vor 1981 geschrieben für Menschen, die miteinander verhandeln und dies mit einer kooperativen Grundhaltung tun wollen. Denn: „Vertrag kommt von vertragen“.
Zum Vertragen gehören methodische Grundlagen, die in diesem Buch sehr klar beschrieben werden:
1. Menschen und Probleme getrennt voneinander behandeln
2. Auf Interessen konzentrieren, nicht auf Positionen
3. Das Entwickeln von Entscheidungsmöglichkeiten (Optionen), die zum beiderseitigen Vorteil sind.
4. Beurteilungskriterien, die von allen Beteiligten mitgetragen werden.
Das klingt recht einfach – ist es nicht immer. Insbesondere dann, wenn es um Problem- und Konfliktlösung geht, wenn die Sichtweisen und Interessen sehr unterschiedlich und die Fronten vielleicht schon verhärtet sind.
Wie gelingt es in diesen Situationen, in der Sache kontrovers jedoch menschlich anständig und fair miteinander zu diskutieren? Was sind die tatsächlichen treibenden Interessen (und Bedürfnisse), die sich hinter den nach außen vertretenen Positionen verbergen? Wie entwickeln wir Lösungsoptionen, die von allen Beteiligten getragen werden können? Und was sind denn tatsächlich neutrale Beurteilungskriterien?
Viele Fragen, viele Antworten, viele Chancen.











