„Vermittelnde Intelligenz,
im Gegensatz zur spaltenden Torheit,
ist die Basisgesinnung der Mediation,
deren Grundmethode nicht technischer Art ist,
sondern zuerst in jener mentalen Haltung besteht,
die Gegenseitigkeit bei allen Unterschieden fördert.“

Joseph Duss-von Werdt

Fallbeispiel

20 Kommunalpolitiker wollten gemeinsam nach neuen Ansätzen für die Stadtteilentwicklung suchen. Es wurde ein Wochenende voller Diskussion und intensiver Arbeit.

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Fallbeispiel

Frust, Ärger auch Wut auf „die da oben“, Resignation und die innere Kündigung - das war mein erster Eindruck schon bei den Vorgesprächen zu diesem Auftrag. Nur ganz wenige hatten sich ihre Motivation und den Spaß an der Arbeit erhalten.

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Planungsmediation in der Politik

Viele Menschen sind überfordert, von der Vielschichtigkeit und Unübersichtlichkeit unserer Welt und unserer Lebensbedingungen. In den Medien verkauft sich der Streit besser als Kooperation. Im Vordergrund steht die politische und persönliche Inszenierung. Knallige Überschriften und emotionsgeladene Bilder tragen ihren Teil dazu bei, fördern den Verkauf und nicht das Verständnis.

Kann es uns trotzdem gelingen, dauerhaft tragfähige Lösungen für die Probleme der Gegenwart und Zukunft zu finden? Gemeinsame Lösungen, die nicht spätestens vor der nächsten Wahl wieder in Frage gestellt werden?

In schwierigen Situationen, in denen sich die Positionen von Gruppen scheinbar unversöhnlich gegenüberstehen, besteht immer die Gefahr, dass Konflikte eskalieren. Weil es für die Beteiligten dann kaum möglich ist, sich gegenseitig in Ruhe zuzuhören, miteinander in ein echtes Gespräch zu kommen, gemeinsam zu denken.

Hier kann professionelle Unterstützung ansetzen, die Kommunikation strukturieren und leiten.

Die Methode der Mediation ermöglicht den konstruktiven Umgang mit komplexen und unübersichtlichen Situationen. Sie zeigt den Weg, trotz scheinbar unvereinbarer Positionen gemeinsame Lösungen zu finden. Mediation ist hier in erster Linie eine Methode um die Entstehung und Eskalation von Konflikten zu vermeiden.

Wir werden in der Zukunft nicht bestehen, wenn es uns nicht gelingt, Wege für eine konstruktive und lösungsorientierte Zusammenarbeit auch bei extrem unterschiedlichen Ausgangspositionen zu entwickeln.

Keine Angst vor Komplexität

Komplexe Situationen machen Angst. Sie sind  nicht überschaubar, sie sind nicht einschätzbar, der Weg zur Handlungsfähigkeit ist nicht erkennbar. Es entsteht bei Vielen ein Gefühl des Ausgeliefertseins, der Hilflosigkeit. Daraus entsteht Angst. Komplexität erscheint als Bedrohung.

Auf Bedrohung reagiert auch der Mensch zuerst einmal mit Reflexen: Flucht  -  Starre - Angriff.

Weil sie die Komplexität unserer Welt nicht wahr haben wollen, weil sie ihnen Angst macht, fallen viele Menschen auf  Scheinwahrheiten und Scheinlösungen herein.

Sie lassen sich einfangen von den Vereinfachern. Die reduzieren die Welt auf  ein Problem, ein Ziel, einen Weg. Für Vereinfacher gibt es nur schwarz oder weiß, so wird die Welt scheinbar einfach und eindeutig.

Vereinfacher suchen nicht nach Lösungen. Sie wollen Macht. Dazu setzen sie auf Provokation und Konfrontation. Sie greifen einzelne Elemente heraus (manchmal erfinden sie dieses Element sogar) und bauen darum herum eine Scheinwelt. In dieser Scheinwelt ist alles sehr logisch und sehr einfach.

Aber die Welt ist nicht  einfach, sie ist auch nicht logisch. Sie ist komplex und eben auch manchmal sehr chaotisch.

Was also tun?

Wir müssen die Fähigkeit der Menschen zu Dialog und Kooperation entwickeln. Es gibt Methoden der konstruktiven Zusammenarbeit, die auch in komplexen und  nicht überschaubaren Situationen funktionieren. Es gibt Wege,  auch für scheinbar unlösbare Probleme Lösungen zu finden.

Diese Wege müssen wir aufzeigen, diese Methoden müssen wir einsetzen.Schon Kinder sollen lernen, andere Sichtweisen zu respektieren, die Wünsche und Bedürfnisse anderer Menschen ernst zu nehmen und bei Problemen gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Diese Fähigkeiten kann man entwickeln, dieses Verhalten können wir lernen.

Jeder Einzelne kann so einen Beitrag leisten zur Bewältigung schwieriger Zeiten. Damit nicht Ausgrenzung, Hass und Kampf die Oberhand gewinnen.