Weiterführende Literatur

Susanne Seidel: „Planungsmediation – Konfliktvermeidung durch Vermittlung zwischen Bauinvestoren und Behörden“ in: Praxishandbuch Mediation, Hrsg. André Niedostadek, Richard Bomberg Verlag 2010

Fallbeispiel

Kreativität lebt vom Ungeplanten, Spontanen, Überraschenden. Eine gute Idee kommt unverhofft und ungeplant. Aber damit eine gute Idee entstehen kann braucht es viel Wissen, viel Erfahrung, viel Arbeit – daraus entsteht die Grundlage für den „Geistesblitz“.

Und genauso wichtig ist Entspannung, Lockerheit, eine unverkrampfte Haltung gegenüber der Fragestellung, die Sicherheit, dass es gute Lösungen gibt. Kreativität kann man nicht erzwingen, die richtig guten Lösungen entstehen nicht auf Kommando.

Menschen in einer Konfliktsituation sind meistens Experten für das Sachthema: Sie wissen ganz genau, was sie wollen, sie haben sich endlos mit dem Thema beschäftigt, oft sind sie regelrechte „Experten“ geworden. Eigentlich sind alle Voraussetzungen gegeben, um den Konflikt zu lösen. Das einzige was fehlt ist einen entspannt Gesprächsatmosphäre, die Offenheit für neue kreative Ideen, die Bereitschaft, sich auf das Überraschende einzulassen.

Menschen, die sich streiten, brauchen nicht jemanden, der ihnen sagt, was sie tun sollen. Menschen, die sich streiten brauchen jemanden, der eine Atmosphäre der Gelassenheit schafft und so kreative Lösungssuche erst möglich macht.

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Jeder Konflikt ist verschieden und
somit muss auch das
Mediationsverfahren jedesmal
verschieden sein.

Prof. Dr. Dr. h.c. Friedrich Glasl

Planungsmediation

Wenn die Kommunikation nicht funktioniert: Aus Problemen werden Konflikte.

Dies gilt nicht nur unter den Projektbeteiligten sondern auch für die Kooperation mit Genehmigungsbehörden und anderen öffentlichen Stellen. Hier ist es oft sehr hilfreich, neutrale und sachkundige Vermittlung zur Unterstützung heranzuziehen.

Gerade bei Planungs- und Bauvorhaben kann Mediation sinnvoll eingesetzt werden, um die Kooperation der Projektbeteiligten untereinander und die Diskussionen mit den von dem Vorhaben betroffenen Nachbarn und Bürger zu strukturieren. Alle Beteiligten werden unterstützt, gemeinsam tragfähige Lösungen für hoch- komplexe Aufgaben zu erarbeiten.

Die Entstehung und die Eskalation von Konflikten kann verhindert werden, indem von Beginn an eine projektbegleitende Mediation installiert wird: Mediatoren stehen "stand-by" zur Unterstützung des Projektmanagements bereit. Dadurch sind sie sofort einsetzbar und handlungsfähig.

Mediation zur Konfliktvermeidung ist der "Königsweg" für die Bau- und Immobilien- wirtschaft denn eskalierende Konflikte verursachen immense Kosten! Der gezielte professionelle Einsatz von Mediatoren unterstützt das Projektmanagement von Anfang an - und verhindert so die Eskalation.

Fallbeispiel

Mediation kann in allen Phasen eine Projektes sinnvoll eingesetzt werden: Zur Zieldefinition, bei Vertragsverhandlungen, bei Projektmeetings von besonderer Bedeutung, bei der Diskussion konfliktträchtiger Themen, zur Klärung strittiger Fragen, zur Lösungsfindung bei entstehenden Problemsituationen.

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Projektentwicklung

In deutschen Großstädten ist die Projektentwicklung ein Spiel mit vielen Unbekannten. Baurecht ist bei weitem nicht so eindeutig und klar, wie wir es vielleicht erwarten. In vielen Fragen bedarf es der Auslegung durch die Planer und durch die Genehmigungsbehörden. Hier muss „verhandelt“ werden.

Durch die Einschaltung einer neutralen Person bei der Anhörung und Beteiligung der Beteiligten und der vom Bauprojekt Betroffenen kann die Entstehung und Eskalation von Konflikten vermieden und bestehende Unstimmigkeiten kurzfristig beigelegt werden.

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Infrastrukturprojekte

„Wenn ein Konflikt eine bestimmte Komplexität angenommen hat, lässt er sich mit Hilfe von Paragraphen nicht mehr entwirren.“ (Christopher Gohl, Hans-Peter Meiser, Politische Mediation bei Infrastrukturprojekten)

Infrastrukturprojekte sind extrem komplex. An solchen Projekten sind Wirtschaft, Planer, Politiker in zahlreichen Entscheidungsprozessen eingebunden. Die Interessen der betroffenen Bürger liegen oft sehr weit auseinander. Die Kosten sind gewaltig, von der Planung über die Umsetzung bis zur Inbetriebnahme vergehen viele Jahre.

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Politische Mediation

„Vermittelnde Intelligenz, im Gegensatz zur spaltenden Torheit, ist die Basisgesinnung der Mediation, deren Grundmethode nicht technischer Art ist, sondern zuerst in jener mentalen Haltung besteht, die Gegenseitigkeit bei allen Unterschieden fördert.“ (Joseph Duss-von Werdt)

Viele Menschen sind überfordert, von der Vielschichtigkeit und Unübersichtlichkeit unserer Welt und unserer Lebensbedingungen. In den Medien verkauft sich der Streit besser als Kooperation. Im Vordergrund steht die politische und persönliche Inszenierung. Knallige Überschriften und emotionsgeladene Bilder tragen ihren Teil dazu bei, fördern den Verkauf und nicht das Verständnis.

Kann es uns trotzdem gelingen, dauerhaft tragfähige Lösungen für die Probleme der Gegenwart und Zukunft zu finden? Gemeinsame Lösungen, die nicht spätestens vor der nächsten Wahl wieder in Frage gestellt werden?

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